Artikel im ZARA Rassismus Report 2018 über das EU-Projekt sCAN – Specialised Cyber Activists Network

Schwerpunkt: Online hate speech erforschen und somit effektiver entgegentreten

Zehn Organisationen aus neun europäischen Ländern – LICRA (Frankreich), CEJI – A Jewish Initiative for An Inclusive Europe (Belgien), Human Rights House Zagreb (Kroatien),
Romea (Tschechien), Respect Zone (Frankreich), jugendschutz.net (Deutschland), Latvian Centre for Human Rights (Lettland), University of Ljubljana, Faculty of Social Sciences (Slowenien), CESIE (Italien) und ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit, beraten durch das International Network Against Cyber Hate (INACH), – haben sich zusammengeschlossen, um durch Austausch und Transfer von Information, Know-How und Erfahrung, online hate speech zusammen auf den Grund zu gehen, um dem Phänomen großflächig entgegenzutreten, und gemeinsam erarbeitete Erkenntnisse transparent der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen zu können.

Bei dem EU-Projekt sCAN geht es um Erkenntnisgewinn, Austausch, Wissenstransfer und Innovation. All dies nicht nur auf inhaltlicher, sondern auch auf technologischer Ebene, um Hasssprache im Internet leichter erkennen, darauf reagieren und
dem Phänomen wirksam entgegentreten zu können.

Alle zehn sCAN Partner*innen – verankert im universitären sowie zivilgesellschaftlichen Bereich – nahmen und nehmen in der Projektphase an vier Monitoringphasen der Europäischen Kommission teil, um gemeinsam mit vielen weiteren Organisationen das Verhalten von großen IT Unternehmen im Blick zu behalten und sicher zu gehen, dass diese ihre Versprechen, die sie im Zuge der Unterzeichnung des „Code of Conduct on countering illegal hate speech online“ gegeben haben, einhalten. Zudem nutzen die sCAN Partner*innen diese Phasen, um weitere Erkenntnisse aus den Monitoringaktivitäten, die von der Europäischen Kommission nicht ausgewertet werden können, zusammenzutragen und gemeinsam zu veröffentlichen.

Der Großteil des Projekts liegt noch vor uns, wichtige Schritte wurden jedoch schon eingeleitet und spannende Vergleiche und Erkenntnisse werden noch erwartet. Basierend auf Initiativen aller Organisationen werden neue Aktivitäten erarbeitet und innovativ aufbereitet. Unter anderem das Projekt – Facing Facts Online! – von CEJI – A Jewish Initiative for An Inclusive Europe – hat seine vorhergehende Expertise bzgl. Online Kursen zu den Themen hate crime und hate speech mit allen Konsortiumspartner*innen geteilt,
was ermöglicht hat, innerhalb von 3 Monaten einen englischen Online Kurs zum Thema hate speech und Counternarratives durch nationale Erkenntnisse und Trends zu erweitern und diese zusätzlich auf Deutsch und Französisch zu veröffentlichen.

 

Dieser Artikel wurde am 21. März 2019, dem Internationalen Tag gegen Rassismus, im ZARA Rassismus Report 2018 veröffentlicht (S. 35).

*Die deutsche Version ‚Hate Speech – Was tun!’ finden Sie hier.

Autorin:

Anna Schreilechner, BA hat Afrikawissenschaften an der Universität Wien studiert und befindet sich momentan im Masterstudium Politikwissenschaft. Neben ihrer Tätigkeit in der Öffentlichkeitsarbeit ist sie bei ZARA für die Koordination transnationaler Kooperationen zuständig und befasst sich aktuell im Rahmen der EU-Projekte V-START – Victim Support Through Awareness Raising and neTworking und sCAN – Specialised Cyber Activists Network tiefgehend mit den Phänomenen hate crime und hate speech.